Steuer-Themen

Geld sparen als Arbeitnehmer in Österreich: Tipps, die sich lohnen

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich lassen an drei Stellen häufig Geld liegen: bei der Steuer, bei den steuerfreien Leistungen des Arbeitgebers und bei der Vorsorge. Der Überblick zeigt fünf Steuerposten, die steuerfreien Extras und vier Schritte zur Vorsorge, jeweils mit Betrag, Weg und weiterführendem Beitrag. Ein Rechenbeispiel zeigt, was bei einer Angestellten mit 3.200 Euro brutto zusammenkommt.

Sparschwein mit Münzen
Foto: Suzy Hazelwood, Pexels

Zur Arbeitnehmerveranlagung

Inhalt5 Abschnitte

Bei der Steuer: fünf Posten, die Geld zurückbringen

Die Lohnverrechnung berücksichtigt nur, was dem Arbeitgeber bekannt ist. Alles andere holt die Arbeitnehmerveranlagung zurück.

2026 · automatisch132 €WerbungskostenpauschaleQuelle: Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026 (öffnet in neuem Tab)
2026 · je km einfacher Strecke6 €PendlereuroQuelle: Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026 (öffnet in neuem Tab)
2026 noch für 2021 bis 20255 JahreRückwirkend einreichen

Werbungskosten, Pendlerpauschale und Sonderausgaben senken das zu versteuernde Einkommen. Absetzbeträge wie Pendlereuro und Familienbonus Plus gehen direkt von der Steuer ab.

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Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich)

Rückforderung zu viel bezahlter Lohnsteuer beim Finanzamt Österreich.

Aktueller Wert13.539 €Einkommen ohne Einkommensteuer
  • Kann bis zu 5 Jahre rückwirkend eingereicht werden
  • Vollständig digital über FinanzOnline / ID Austria durchführbar
  • Antragslose Veranlagung greift ab der zweiten Jahreshälfte für einfache Fälle automatisch
  • Wie viel zurückkommt, hängt von Einkommen, Absetzbeträgen und Ausgaben ab

Beispiel: eine Angestellte mit 3.200 Euro brutto

Drei Posten aus der Checkliste ergeben bei ihr gut 550 Euro weniger Steuer im Jahr.

Eine Angestellte verdient 3.200 Euro brutto im Monat, 14-mal im Jahr. Sie fährt täglich 30 Kilometer einfache Strecke, Öffis sind laut Pendlerrechner zumutbar. Für einen Fortbildungskurs hat sie 600 Euro bezahlt, für Fachbücher 100 Euro. Der Arbeitgeber hat nichts davon berücksichtigt.

Von 38.400 Euro laufendem Bruttobezug gehen 18,07 % Sozialversicherung ab (6.938,88 Euro) und die Werbungskostenpauschale. Rund 31.329 Euro bleiben zu versteuern, das liegt in der Stufe von 21.992 € bis 36.458 €. Jeder Euro weniger Einkommen spart dort 30 % Steuer, auch nach allen Abzügen.

PostenBetragWirkungWeniger Steuer
Kleines Pendlerpauschale, 20 bis 40 km696 €senkt das Einkommen, mal 30 %208,80 €
Werbungskosten über der Pauschale700 € minus 132 € = 568 €senkt das Einkommen, mal 30 %170,40 €
Pendlereuro, 30 km mal 6 €180 €direkt von der Steuer180,00 €
Zusammen559,20 €
Steuerersparnis der Angestellten im Jahr 2026

Steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers

Was der Arbeitgeber steuer- und beitragsfrei zahlt, kommt in voller Höhe an. Bei einer Gehaltserhöhung ist das nicht der Fall.

Bei der Angestellten aus dem Beispiel bleiben von 100 Euro mehr Gehalt nach 18,07 % Sozialversicherung und 30 % Lohnsteuer rund 57 Euro. Als Essensgutschein kommen die 100 Euro ganz an. Bei rund 220 Arbeitstagen sind so bis zu etwa 1.760 Euro im Jahr möglich.

Alle Leistungen mit Voraussetzungen: Steuerfreie Gehaltsextras, Argumente für das Gespräch: Steuerfreie Extras verhandeln.

LeistungGrenze 2026Hinweis
Essensgutscheine8 € je Arbeitstag, für Lebensmittel 2 €steuer- und beitragsfrei, nur für tatsächliche Arbeitstage
Öffi-Ticket, auch Klimaticketkeine betragliche Grenzesteuer- und beitragsfrei; kürzt das Pendlerpauschale, nicht den Pendlereuro
Telearbeitspauschale3 € je Tag, höchstens 300 € im Jahrzahlt der Arbeitgeber weniger, holt die Veranlagung die Differenz; letztmals für 2026, ab 2027 entfällt die Pauschale
Kinderbetreuungszuschuss2.000 € je Kind und JahrKind zu Jahresbeginn unter 14 Jahren, Erklärung mit Formular L35
Mitarbeiterprämie500 €nur lohnsteuerfrei, Auszahlung Juli bis Dezember 2026, meist laut Kollektivvertrag
Überstundenzuschläge15 Zuschläge, höchstens 170 € im Monatnur lohnsteuerfrei, Sonderregel befristet auf 2026
Häufige steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers 2026

Vorsorge: vier Schritte in der richtigen Reihenfolge

Erst die Reserve, dann das Ersparte ordnen, dann die Pension. Produkte kommen zuletzt.

1

Notgroschen anlegen

Drei bis sechs Monatsausgaben gehören auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto, jederzeit verfügbar und bis 100.000 Euro je Person und Bank gesetzlich gesichert. Die Reserve erspart im Notfall die teure Kontoüberziehung.

Warum das Sparbuch Geld kostet →
2

Geld über dem Notgroschen nicht auf dem Sparbuch liegen lassen

Vom Sparzins gehen 25 % Kapitalertragsteuer ab. Um die Inflation auszugleichen, müsste der Zins vor Steuer mindestens die Inflationsrate geteilt durch 0,75 erreichen. Zuerst teure Schulden tilgen, planbare Ausgaben fest anlegen, langfristiges Geld breit gestreut und kostengünstig.

Systematischer Vermögensaufbau →
3

Pensionskonto einmal im Jahr prüfen

Das Pensionskonto ist mit ID Austria abrufbar. Jedes Jahr kommen 1,78 % der Beitragsgrundlagen samt Sonderzahlungen dazu, bei der Angestellten aus dem Beispiel 797,44 Euro von 44.800 Euro. Die Gesamtgutschrift geteilt durch 14 ergibt die monatliche Bruttopension, ihr Jahr bringt also knapp 57 Euro im Monat. Fehlende Zeiten früh klären.

Altersvorsorge und Pensionskonto →
4

Betriebliche und geförderte Vorsorge nüchtern vergleichen

Für die Abfertigung neu zahlt der Arbeitgeber 1,53 % des Bruttolohns in eine Vorsorgekasse, Beiträge zu einer Pensionskasse sind ein steuerfreier Gehaltsbestandteil. Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge bringt 4,25 % Prämie auf Beiträge bis 3.817,04 €, also höchstens rund 162 Euro im Jahr, bei mindestens zehn Jahren Bindung und eher hohen Kosten. Entscheidend sind die Gesamtkosten.

Pensionslücke schließen →

Fixkosten: einmal im Jahr vergleichen

Bei Energie, Handy und Versicherungen reicht ein jährlicher Vergleich.

Strom- und Gastarife vergleicht der Tarifkalkulator der E-Control, für Gas gibt es zusätzlich den Gasanbieter-Vergleich. Den Wechsel beim Handy beschreibt Handytarif wechseln, bei Polizzen hilft der Versicherungs-Check, bei Kontogebühren Girokonto wechseln.

Haushaltsbudget, Abos, Einkauf und Arbeitsweg im Alltag behandelt der Beitrag Spartipps für den Alltag.

Häufige Fragen

Wie lange lässt sich die Arbeitnehmerveranlagung nachholen?

Fünf Jahre. Im Jahr 2026 sind noch 2021 bis 2025 offen, für 2021 endet die Frist am 31. Dezember 2026.

Kann die Veranlagung zu einer Nachzahlung führen?

Ja, etwa nach Krankengeld oder Arbeitslosengeld. Die Vorberechnung in FinanzOnline zeigt das Ergebnis vor dem Absenden. Ein freiwilliger Antrag lässt sich binnen eines Monats nach dem Bescheid per Beschwerde zurückziehen, eine Pflichtveranlagung nicht.

Müssen Belege mit der Erklärung mitgeschickt werden?

Nein. Rechnungen und Zahlungsbelege gehören aber sieben Jahre aufbewahrt, das Finanzamt fordert sie stichprobenartig an. Ein lesbares Foto oder PDF reicht in der Regel.

Gehört das Ersparte aufs Sparbuch?

Nur der Notgroschen. Liegen die Zinsen nach 25 % Kapitalertragsteuer unter der Inflation, verliert das Ersparte real an Wert. Langfristig eignen sich breit gestreute Anlagen mit niedrigen Kosten besser.

Allgemeine Information ohne Gewähr, keine individuelle Steuerberatung. Maßgeblich sind die geltenden Gesetze und der Bescheid des Finanzamts. Beträge und Grenzen ändern sich mit jedem Steuerjahr.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Im Zweifel gilt die Quelle, denn Beträge und Regeln ändern sich jährlich.

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