Geld sparen als Arbeitnehmer in Österreich: Tipps, die sich lohnen
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich lassen an drei Stellen häufig Geld liegen: bei der Steuer, bei den steuerfreien Leistungen des Arbeitgebers und bei der Vorsorge. Der Überblick zeigt fünf Steuerposten, die steuerfreien Extras und vier Schritte zur Vorsorge, jeweils mit Betrag, Weg und weiterführendem Beitrag. Ein Rechenbeispiel zeigt, was bei einer Angestellten mit 3.200 Euro brutto zusammenkommt.

Inhalt5 Abschnitte
Bei der Steuer: fünf Posten, die Geld zurückbringen
Die Lohnverrechnung berücksichtigt nur, was dem Arbeitgeber bekannt ist. Alles andere holt die Arbeitnehmerveranlagung zurück.
Werbungskosten, Pendlerpauschale und Sonderausgaben senken das zu versteuernde Einkommen. Absetzbeträge wie Pendlereuro und Familienbonus Plus gehen direkt von der Steuer ab.
Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich)
Rückforderung zu viel bezahlter Lohnsteuer beim Finanzamt Österreich.
- Kann bis zu 5 Jahre rückwirkend eingereicht werden
- Vollständig digital über FinanzOnline / ID Austria durchführbar
- Antragslose Veranlagung greift ab der zweiten Jahreshälfte für einfache Fälle automatisch
- Wie viel zurückkommt, hängt von Einkommen, Absetzbeträgen und Ausgaben ab
Beispiel: eine Angestellte mit 3.200 Euro brutto
Drei Posten aus der Checkliste ergeben bei ihr gut 550 Euro weniger Steuer im Jahr.
Eine Angestellte verdient 3.200 Euro brutto im Monat, 14-mal im Jahr. Sie fährt täglich 30 Kilometer einfache Strecke, Öffis sind laut Pendlerrechner zumutbar. Für einen Fortbildungskurs hat sie 600 Euro bezahlt, für Fachbücher 100 Euro. Der Arbeitgeber hat nichts davon berücksichtigt.
Von 38.400 Euro laufendem Bruttobezug gehen 18,07 % Sozialversicherung ab (6.938,88 Euro) und die Werbungskostenpauschale. Rund 31.329 Euro bleiben zu versteuern, das liegt in der Stufe von 21.992 € bis 36.458 €. Jeder Euro weniger Einkommen spart dort 30 % Steuer, auch nach allen Abzügen.
| Posten | Betrag | Wirkung | Weniger Steuer |
|---|---|---|---|
| Kleines Pendlerpauschale, 20 bis 40 km | 696 € | senkt das Einkommen, mal 30 % | 208,80 € |
| Werbungskosten über der Pauschale | 700 € minus 132 € = 568 € | senkt das Einkommen, mal 30 % | 170,40 € |
| Pendlereuro, 30 km mal 6 € | 180 € | direkt von der Steuer | 180,00 € |
| Zusammen | 559,20 € |
Steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers
Was der Arbeitgeber steuer- und beitragsfrei zahlt, kommt in voller Höhe an. Bei einer Gehaltserhöhung ist das nicht der Fall.
Bei der Angestellten aus dem Beispiel bleiben von 100 Euro mehr Gehalt nach 18,07 % Sozialversicherung und 30 % Lohnsteuer rund 57 Euro. Als Essensgutschein kommen die 100 Euro ganz an. Bei rund 220 Arbeitstagen sind so bis zu etwa 1.760 Euro im Jahr möglich.
Alle Leistungen mit Voraussetzungen: Steuerfreie Gehaltsextras, Argumente für das Gespräch: Steuerfreie Extras verhandeln.
| Leistung | Grenze 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Essensgutscheine | 8 € je Arbeitstag, für Lebensmittel 2 € | steuer- und beitragsfrei, nur für tatsächliche Arbeitstage |
| Öffi-Ticket, auch Klimaticket | keine betragliche Grenze | steuer- und beitragsfrei; kürzt das Pendlerpauschale, nicht den Pendlereuro |
| Telearbeitspauschale | 3 € je Tag, höchstens 300 € im Jahr | zahlt der Arbeitgeber weniger, holt die Veranlagung die Differenz; letztmals für 2026, ab 2027 entfällt die Pauschale |
| Kinderbetreuungszuschuss | 2.000 € je Kind und Jahr | Kind zu Jahresbeginn unter 14 Jahren, Erklärung mit Formular L35 |
| Mitarbeiterprämie | 500 € | nur lohnsteuerfrei, Auszahlung Juli bis Dezember 2026, meist laut Kollektivvertrag |
| Überstundenzuschläge | 15 Zuschläge, höchstens 170 € im Monat | nur lohnsteuerfrei, Sonderregel befristet auf 2026 |
Vorsorge: vier Schritte in der richtigen Reihenfolge
Erst die Reserve, dann das Ersparte ordnen, dann die Pension. Produkte kommen zuletzt.
Notgroschen anlegen
Drei bis sechs Monatsausgaben gehören auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto, jederzeit verfügbar und bis 100.000 Euro je Person und Bank gesetzlich gesichert. Die Reserve erspart im Notfall die teure Kontoüberziehung.
Warum das Sparbuch Geld kostet →Geld über dem Notgroschen nicht auf dem Sparbuch liegen lassen
Vom Sparzins gehen 25 % Kapitalertragsteuer ab. Um die Inflation auszugleichen, müsste der Zins vor Steuer mindestens die Inflationsrate geteilt durch 0,75 erreichen. Zuerst teure Schulden tilgen, planbare Ausgaben fest anlegen, langfristiges Geld breit gestreut und kostengünstig.
Systematischer Vermögensaufbau →Pensionskonto einmal im Jahr prüfen
Das Pensionskonto ist mit ID Austria abrufbar. Jedes Jahr kommen 1,78 % der Beitragsgrundlagen samt Sonderzahlungen dazu, bei der Angestellten aus dem Beispiel 797,44 Euro von 44.800 Euro. Die Gesamtgutschrift geteilt durch 14 ergibt die monatliche Bruttopension, ihr Jahr bringt also knapp 57 Euro im Monat. Fehlende Zeiten früh klären.
Altersvorsorge und Pensionskonto →Betriebliche und geförderte Vorsorge nüchtern vergleichen
Für die Abfertigung neu zahlt der Arbeitgeber 1,53 % des Bruttolohns in eine Vorsorgekasse, Beiträge zu einer Pensionskasse sind ein steuerfreier Gehaltsbestandteil. Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge bringt 4,25 % Prämie auf Beiträge bis 3.817,04 €, also höchstens rund 162 Euro im Jahr, bei mindestens zehn Jahren Bindung und eher hohen Kosten. Entscheidend sind die Gesamtkosten.
Pensionslücke schließen →Fixkosten: einmal im Jahr vergleichen
Bei Energie, Handy und Versicherungen reicht ein jährlicher Vergleich.
Strom- und Gastarife vergleicht der Tarifkalkulator der E-Control, für Gas gibt es zusätzlich den Gasanbieter-Vergleich. Den Wechsel beim Handy beschreibt Handytarif wechseln, bei Polizzen hilft der Versicherungs-Check, bei Kontogebühren Girokonto wechseln.
Haushaltsbudget, Abos, Einkauf und Arbeitsweg im Alltag behandelt der Beitrag Spartipps für den Alltag.
Häufige Fragen
Wie lange lässt sich die Arbeitnehmerveranlagung nachholen?
Fünf Jahre. Im Jahr 2026 sind noch 2021 bis 2025 offen, für 2021 endet die Frist am 31. Dezember 2026.
Kann die Veranlagung zu einer Nachzahlung führen?
Ja, etwa nach Krankengeld oder Arbeitslosengeld. Die Vorberechnung in FinanzOnline zeigt das Ergebnis vor dem Absenden. Ein freiwilliger Antrag lässt sich binnen eines Monats nach dem Bescheid per Beschwerde zurückziehen, eine Pflichtveranlagung nicht.
Müssen Belege mit der Erklärung mitgeschickt werden?
Nein. Rechnungen und Zahlungsbelege gehören aber sieben Jahre aufbewahrt, das Finanzamt fordert sie stichprobenartig an. Ein lesbares Foto oder PDF reicht in der Regel.
Gehört das Ersparte aufs Sparbuch?
Nur der Notgroschen. Liegen die Zinsen nach 25 % Kapitalertragsteuer unter der Inflation, verliert das Ersparte real an Wert. Langfristig eignen sich breit gestreute Anlagen mit niedrigen Kosten besser.
Allgemeine Information ohne Gewähr, keine individuelle Steuerberatung. Maßgeblich sind die geltenden Gesetze und der Bescheid des Finanzamts. Beträge und Grenzen ändern sich mit jedem Steuerjahr.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Im Zweifel gilt die Quelle, denn Beträge und Regeln ändern sich jährlich.
- FinanzOnline / BMF: § 41 EStG (Rechtsgrundlage für Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich))
- Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026
- RIS: Einkommensteuergesetz 1988 (EStG), geltende Fassung (EStG: Werbungskosten (§ 16), Sonderausgaben (§ 18), Absetzbeträge (§ 33), Antragsveranlagung (§ 41))
- BMF: Pendlerrechner (Pendlerrechner und Formular L34 EDV)
- BMF: Sonderausgaben im Einzelnen (Sonderausgaben im Einzelnen, automatische Datenübermittlung)
- BMF: Steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers (Steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers, Essensgutscheine und Öffi-Ticket)
- WKO: Mitarbeiterprämie 2026 (Mitarbeiterprämie 2026: Juli bis Dezember, lohngestaltende Vorschrift, nur lohnsteuerfrei)
- RIS: Allgemeines Pensionsgesetz (APG) (Pensionskonto, Kontoprozentsatz 1,78 % und Gesamtgutschrift)
- Arbeiterkammer Wien: Was ist die Gesamtgutschrift? (Teilgutschrift aus allen Beitragsgrundlagen eines Jahres einschließlich Sonderzahlungen)
- WKO: Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge, Prämiensatz und Höchstbeitrag (Prämiensatz 4,25 % und Höchstbeitrag der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge)
- E-Control: Tarifkalkulator für Strom und Gas (Strom- und Gastarife vergleichen)
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