Pendlerpauschale & Pendlereuro: Steuer sparen für den Arbeitsweg
Ein langer Arbeitsweg senkt das zu versteuernde Einkommen um bis zu 3.672 Euro im Jahr. Obendrauf kommt der Pendlereuro: Seit 2026 sind es 6 Euro je Kilometer, abgezogen direkt von der Lohnsteuer. Welche Stufe gilt, entscheidet der amtliche Pendlerrechner. Homeoffice und Teilzeit können den Anspruch kürzen.

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Kleines und großes Pendlerpauschale: die Stufen 2026
Welche Pauschale zusteht, hängt von der einfachen Wegstrecke und der Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel ab.
Das Steuerrecht unterscheidet das kleine und das große Pendlerpauschale (§ 16 Abs. 1 Z 6 EStG). Beide sind Werbungskosten und mindern die Bemessungsgrundlage.
Das kleine Pendlerpauschale gilt, wenn öffentliche Verkehrsmittel zumutbar sind, und setzt mindestens 20 Kilometer einfache Wegstrecke voraus:
- 20 bis 40 km: 696 € im Jahr
- 40 bis 60 km: 1.356 € im Jahr
- mehr als 60 km: 2.016 € im Jahr
Das große Pendlerpauschale gilt, wenn öffentliche Verkehrsmittel zumindest auf dem halben Weg unzumutbar sind, etwa wegen der Fahrzeit, einer fehlenden Verbindung zu den Arbeitszeiten oder einer Behinderung. Es beginnt schon bei 2 Kilometern:
- 2 bis 20 km: 372 € im Jahr
- 20 bis 40 km: 1.476 € im Jahr
- 40 bis 60 km: 2.568 € im Jahr
- mehr als 60 km: 3.672 € im Jahr
Welche Stufe zusteht, entscheidet der Pendlerrechner.
Pendlerpauschale
Steuerfreibetrag für Arbeitswege, wenn Öffis nicht zumutbar sind (großes Pendlerpauschale) oder ab 20 km Entfernung (kleines Pendlerpauschale).
- Kleines Pendlerpauschale: Benützung von Massenbeförderungsmitteln zumutbar (ab 20 km)
- Großes Pendlerpauschale: Öffi-Nutzung unzumutbar (ab 2 km)
- Mindert als Freibetrag die steuerliche Bemessungsgrundlage
- Kombinierbar mit dem Pendlereuro (direkter Steuerabzug)
Der Pendlereuro 2026: 6 Euro je Kilometer
Seit 1. Jänner 2026 mindert der Pendlereuro die Steuer dreimal so stark wie bisher.
Wer Anspruch auf ein Pendlerpauschale hat, bekommt auch den Pendlereuro (§ 33 Abs. 5 Z 4 EStG). Als Teilausgleich für den entfallenen Klimabonus wurde er ab 2026 von 2 Euro auf 6 € je Kilometer einfacher Wegstrecke im Jahr verdreifacht.
Der Pendlereuro ist ein Absetzbetrag: Er kürzt nicht die Bemessungsgrundlage, sondern direkt die Lohnsteuer. Jeder Kilometer einfacher Arbeitsweg spart also 6 € Steuer im Jahr.
Ein Beispiel: Eine Pendlerin hat 35 Kilometer einfache Strecke, Öffis sind für sie unzumutbar. Der Pendlereuro bringt ihr 35 mal 6 €, also 210 Euro (bisher 70 Euro). Dazu kommt das große Pendlerpauschale von 1.476 €. Bei 30 % Grenzsteuersatz zahlt sie insgesamt rund 653 Euro weniger Steuer im Jahr.
Wer so wenig verdient, dass keine Lohnsteuer anfällt, bekommt über die Negativsteuer (SV-Rückerstattung) einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge zurück. Mit Anspruch auf ein Pendlerpauschale steigt der Höchstbetrag von 1.300 € auf 1.554 €.
Schritt für Schritt: Pendlerrechner und Formular L34 EDV
Das Ergebnis des amtlichen Pendlerrechners ist die verbindliche Grundlage.
Grundlage ist in aller Regel der Pendlerrechner des Finanzministeriums. Eine selbst gemessene Strecke oder eine Schätzung ersetzt ihn nicht. Abweichen lässt sich nur mit dem Nachweis, dass der Rechner von unrichtigen Verhältnissen ausgeht, und nur in der Veranlagung (§ 3 Abs. 5 Pendlerverordnung). Ist der Rechner nicht anwendbar, etwa bei Wohnsitz oder Arbeitsstätte im Ausland, gilt stattdessen das amtliche Formular L 33 (§ 3 Abs. 7 Pendlerverordnung).
Der Rechner fragt nach der genauen Wohnadresse, der Adresse der Arbeitsstätte, der üblichen Arbeitszeit (Beginn und Ende) und der Zahl der Fahrten im Monat.
Daraus prüft er zweierlei: die Entfernung und die Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel. Beides zusammen ergibt, ob das kleine oder das große Pendlerpauschale zusteht und wie hoch der Pendlereuro ausfällt.
Am Ende steht das Formular L34 EDV zum Herunterladen. Dieser Ausdruck ist der Nachweis gegenüber Arbeitgeber und Finanzamt und gehört sieben Jahre aufbewahrt.
Wohin mit dem Ausdruck: Arbeitgeber oder Veranlagung?
Zwei Wege führen zum selben Betrag. Sie unterscheiden sich nur darin, wann das Geld ankommt.
Weg A, über den Arbeitgeber: Der Ausdruck geht an die Personalabteilung. Die Lohnverrechnung berücksichtigt das Pauschale dann laufend, das Netto steigt jeden Monat. In der Veranlagung ist nichts mehr einzutragen.
Weg B, über die Arbeitnehmerveranlagung: Das Pendlerpauschale kommt in Kennzahl 718, der Pendlereuro in Kennzahl 916. Die Gutschrift folgt einmal im Jahr mit dem Bescheid.
Hat der Arbeitgeber das Pauschale schon in richtiger Höhe berücksichtigt, bleibt das Feld in der Veranlagung leer. Ob das der Fall ist, zeigt der Jahreslohnzettel.
Wer den Weg über den Arbeitgeber versäumt hat, verliert nichts: Die Veranlagung holt es bis zu fünf Jahre rückwirkend nach. Nötig ist dafür ein Pendlerrechner-Ausdruck mit den Verhältnissen des jeweiligen Jahres.
Teilzeit, Homeoffice, Dienstwagen und Öffi-Ticket
Wer nicht jeden Tag zur Arbeitsstätte fährt oder ein Ticket vom Arbeitgeber bekommt, bekommt weniger.
Pendlerpauschale und Pendlereuro stehen in voller Höhe zu, wenn die Fahrt zur Arbeitsstätte im Kalendermonat an mindestens elf Tagen anfällt. Sonst wird aliquotiert:
- 8 bis 10 Fahrten im Monat: zwei Drittel
- 4 bis 7 Fahrten im Monat: ein Drittel
- weniger als 4 Fahrten: kein Anspruch
Homeoffice-Tage zählen nicht als Fahrten. Wer bei einer Fünftagewoche zwei Tage zu Hause arbeitet, kommt auf etwa 13 Bürotage im Monat und behält den vollen Betrag. Bei drei Homeoffice-Tagen pro Woche sind es etwa acht bis neun Bürotage, also zwei Drittel.
Für die Telearbeitstage gibt es die Telearbeitspauschale von 3 € je Tag, höchstens 300 € im Jahr. Beides nebeneinander ist zulässig, weil es unterschiedliche Tage betrifft. Die Telearbeitspauschale gilt letztmals für 2026 und entfällt ab 2027 (BGBl. I Nr. 62/2026).
Wer für den Arbeitsweg ein arbeitgebereigenes Fahrzeug zur Verfügung hat, bekommt weder Pendlerpauschale noch Pendlereuro, auch wenn der Wagen in der Garage bleibt. Bezahlt der Arbeitgeber ein Öffi-Ticket steuerfrei, wird das Pendlerpauschale um den Wert des Tickets gekürzt, der Pendlereuro bleibt.
Häufige Fragen
Ist der Pendlerrechner Pflicht?
Ja, für Wege innerhalb Österreichs. Sein Ergebnis ist die verbindliche Grundlage für Pendlerpauschale und Pendlereuro. Eine selbst gemessene Entfernung oder eine Schätzung wird nicht anerkannt; abweichen lässt sich nur mit dem Nachweis unrichtiger Verhältnisse in der Veranlagung. Der Ausdruck heißt Formular L34 EDV. Liegt Wohnsitz oder Arbeitsstätte im Ausland, ist stattdessen das Formular L 33 zu verwenden.
Wo werden Pendlerpauschale und Pendlereuro eingetragen?
Im Formular L1: das Pauschale unter Kennzahl 718, der Pendlereuro unter Kennzahl 916. Einzutragen sind sie nur, wenn der Arbeitgeber sie nicht schon in richtiger Höhe berücksichtigt hat. Das zeigt der Jahreslohnzettel.
Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Pendlerpauschale?
Das kleine gilt ab 20 Kilometern, wenn öffentliche Verkehrsmittel auf mindestens der halben Strecke zumutbar sind. Das große gilt bei Unzumutbarkeit, etwa wegen Fahrzeit, fehlender Verbindung oder Behinderung, und beginnt schon bei 2 Kilometern. Welches zusteht, entscheidet der Pendlerrechner.
Wie wirkt sich Homeoffice aus?
Homeoffice-Tage zählen nicht als Fahrten zur Arbeitsstätte. Ab elf Fahrten im Monat steht der volle Betrag zu, bei acht bis zehn zwei Drittel, bei vier bis sieben ein Drittel. Für die Homeoffice-Tage gibt es stattdessen die Telearbeitspauschale von 3 € je Tag bis 300 € im Jahr, letztmals für 2026.
Gibt es das Pendlerpauschale auch mit Dienstwagen?
Nein. Steht für den Arbeitsweg ein arbeitgebereigenes Fahrzeug zur Verfügung, entfallen Pendlerpauschale und Pendlereuro, gleichgültig, ob es tatsächlich genutzt wird.
Was gilt, wenn der Arbeitgeber das Öffi-Ticket bezahlt?
Das Pendlerpauschale sinkt um den Betrag, den der Arbeitgeber für das Ticket übernimmt. Der Pendlereuro bleibt davon unberührt.
Lässt sich das Pendlerpauschale rückwirkend holen?
Ja, fünf Jahre rückwirkend über die Arbeitnehmerveranlagung. Nötig ist ein Pendlerrechner-Ausdruck, der die damaligen Verhältnisse abbildet: Adresse, Arbeitsstätte und Arbeitszeiten des jeweiligen Jahres.
Allgemeine Information ohne Gewähr, keine individuelle Steuerberatung. Maßgeblich sind die geltenden Gesetze und der Bescheid des Finanzamts. Beträge und Grenzen ändern sich mit jedem Steuerjahr.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Im Zweifel gilt die Quelle, denn Beträge und Regeln ändern sich jährlich.
- BMF Pendlerrechner: § 16 Abs. 1 Z 6 EStG (Rechtsgrundlage für Pendlerpauschale)
- BMF: Pendlerrechner
- Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026
- RIS: Einkommensteuergesetz 1988 (EStG), geltende Fassung (§ 16 Abs. 1 Z 6 EStG, Pendlerpauschale)
- RIS: § 33 EStG, Steuersätze und Steuerabsetzbeträge (§ 33 Abs. 5 Z 4 EStG: Pendlereuro)
- BMF: Kostenübernahme für Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel durch den Arbeitgeber (Kürzung des Pendlerpauschales um den Wert des Öffi-Tickets, Pendlereuro bleibt)
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