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Was kann ich absetzen? Die Checkliste

Vor dem Abschicken der Arbeitnehmerveranlagung lohnt ein Durchgang durch diese Liste. Jeder Punkt nennt Höhe, Formularfeld und die Belege, die bereitliegen sollten. Was weder automatisch übermittelt wird noch in der Erklärung steht, berücksichtigt das Finanzamt nicht von sich aus, nachgefragt wird nicht.

Hand mit Kugelschreiber füllt eine Checkliste auf einem Klemmbrett aus
Foto: Kindel Media, Pexels

Zur Schritt-für-Schritt-Anleitung

Inhalt6 Abschnitte

So funktioniert die Checkliste

Die Liste ist nach Wirkung sortiert: zuerst Absetzbeträge, die die Steuer eins zu eins senken, zuletzt Posten mit Selbstbehalt.

2026 · automatisch132 €WerbungskostenpauschaleQuelle: Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026 (öffnet in neuem Tab)
auf Verlangen vorzulegen7 JahreAufbewahrungsfrist für Belege

Was die vier Blöcke bringen:

  • Block 1 (Absetzbeträge): Ein Euro Absetzbetrag spart einen Euro Steuer.
  • Block 2 und 3 (Werbungskosten und Sonderausgaben): Sie mindern das zu versteuernde Einkommen. Die Ersparnis entspricht dem Grenzsteuersatz, bei 40 Prozent also 40 Euro je 100 Euro Ausgaben.
  • Block 4 (außergewöhnliche Belastungen): Sie wirken meist erst über dem Selbstbehalt. Ohne Selbstbehalt zählen unter anderem Kosten bei Behinderung, Katastrophenschäden und die auswärtige Berufsausbildung eines Kindes (§ 34 Abs. 6 EStG).

Belege werden nicht mitgeschickt. Das Finanzamt kann sie stichprobenartig anfordern, deshalb bleiben sie sieben Jahre in der Ablage. Für automatisch gemeldete Sonderausgaben wie Kirchenbeitrag und Spenden ist das nicht nötig.

Fünf Jahre rückwirkend: Die Antragsveranlagung ist für fünf Jahre möglich. Ein vergessener Posten lässt sich also noch nachholen.

BlockWirkungHürdeBeispiele
1: Absetzbeträgedirekt von der Steuerkeine, teils als Negativsteuer ausbezahltFamilienbonus Plus, AVAB/AEAB, Pendlereuro
2: Werbungskostenmindern die Bemessungsgrundlagewirken großteils erst über 132 € im JahrArbeitsmittel, Fortbildung, Mobiliar für Telearbeit, Pendlerpauschale
3: Sonderausgabenmindern die Bemessungsgrundlageteils gedeckelt oder automatisch gemeldetKirchenbeitrag (bis 600 €), Spenden, Steuerberatung
4: Außergewöhnliche Belastungenmindern die BemessungsgrundlageSelbstbehalt von 6 % bis 12 % des EinkommensKrankheitskosten, Zahnersatz, Begräbnis, Behinderung
Die vier Abzugsarten im Überblick.
BehördenwegZum Rechner

Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich)

Rückforderung zu viel bezahlter Lohnsteuer beim Finanzamt Österreich.

Aktueller Wert13.539 €Einkommen ohne Einkommensteuer
  • Kann bis zu 5 Jahre rückwirkend eingereicht werden
  • Vollständig digital über FinanzOnline / ID Austria durchführbar
  • Antragslose Veranlagung greift ab der zweiten Jahreshälfte für einfache Fälle automatisch
  • Wie viel zurückkommt, hängt von Einkommen, Absetzbeträgen und Ausgaben ab

Block 1: Absetzbeträge (wirken 1:1 direkt auf die Steuer)

Diese Posten mindern die Steuer Euro für Euro. Belege braucht es dafür kaum, meist genügen Angaben.

2026 · je Kind und Jahr2.000 €Familienbonus Plus unter 18Quelle: Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026 (öffnet in neuem Tab)
2026 · je Kind und Jahr700 €Kindermehrbetrag (höchstens)Quelle: Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026 (öffnet in neuem Tab)
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Block 2: Werbungskosten (wirken über 132 € Pauschale)

Die Pauschale von 132 € wird automatisch berücksichtigt. Erst was darüber liegt, bringt zusätzlich etwas. Pendlerpauschale, Gewerkschaftsbeiträge und Mobiliar für die Telearbeit zählen unabhängig davon.

Pauschale und Mobiliarbis 600 €Telearbeit & Möbel
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Block 3: Sonderausgaben & automatische Meldungen

Vieles wird automatisch übermittelt. Prüfen lohnt sich trotzdem, Fehlendes lässt sich klären.

2026 · automatisch gemeldet600 €Kirchenbeitrag (höchstens)Quelle: BMF: Sonderausgaben im Einzelnen (öffnet in neuem Tab)
des Jahreseinkommens10 %Spenden (höchstens)
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Block 4: Außergewöhnliche Belastungen

Diese Posten wirken meist erst über dem Selbstbehalt von 6 % bis 12 % des Einkommens. Er sinkt um je einen Prozentpunkt bei AVAB/AEAB und je Kind.

2026 · soweit nicht im Nachlass gedeckt20.000 €Begräbniskosten (höchstens)Quelle: RIS: § 34 EStG, Außergewöhnliche Belastungen und Selbstbehalt (öffnet in neuem Tab)
Alle zutreffenden Punkte auswählen:
0 von 7 ausgewählt
Freibetrag

Außergewöhnliche Belastungen

Steuerlich absetzbare private Aufwendungen (§§ 34, 35 EStG), die außergewöhnlich sind, zwangsläufig erwachsen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.

Aktueller Wert6 %Selbstbehalt bis 7.300 €
  • Die Ausgabe muss außergewöhnlich und zwangsläufig sein und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen
  • Mit Selbstbehalt: Krankheitskosten, Kur, Begräbniskosten bis 20.000 €; Pflegeheim ohne Behinderung oder wenn unterhaltspflichtige Angehörige zahlen
  • Pflegeheim und Betreuung bei Behinderung ab 25 % (bei Pflegegeldbezug wird sie angenommen): ohne Selbstbehalt, gekürzt um das Pflegegeld (§ 34 Abs. 6 EStG)
  • Selbstbehalt 6 % bis 12 % des Einkommens, je ein Prozentpunkt weniger bei Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag und je Kind
  • Ohne Selbstbehalt: Behinderung ab 25 %, auswärtige Berufsausbildung eines Kindes, Katastrophenschäden
  • Ersätze von Kasse oder Versicherung sind abzuziehen
Einkommen im JahrSelbstbehalt
bis 7.300 €6 %
über 7.300 € bis 14.600 €8 %
über 14.600 € bis 36.400 €10 %
über 36.400 €12 %
Selbstbehalt nach § 34 Abs. 4 EStG. Er sinkt um je einen Prozentpunkt, wenn AVAB oder AEAB zusteht, und für jedes Kind.

Belege richtig organisieren

Mit einer einfachen Ablage ist eine Nachfrage des Finanzamts in wenigen Minuten beantwortet.

1

Jahresordner anlegen

Für jedes Steuerjahr einen Ordner anlegen, gern digital, mit vier Unterordnern: Absetzbeträge, Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen.

Tipp: Kassenbons gleich abfotografieren, Thermopapier verblasst.
2

Jahresaufstellung führen

Eine einfache Liste mit Datum, Aussteller, Betrag, Formularfeld und beruflicher Begründung erspart das Nachrechnen.

Tipp: Bei Arbeitsmitteln den Privatanteil gleich herausrechnen.
3

Mit dem Lohnzettel abgleichen

Im Jahreslohnzettel in FinanzOnline prüfen, was der Arbeitgeber schon berücksichtigt hat, etwa Pendlerpauschale, Gewerkschaftsbeiträge oder Telearbeitspauschale.

Tipp: Was am Lohnzettel schon abgezogen ist, nicht noch einmal eintragen.
4

Sieben Jahre aufbewahren

Die Belege sieben Jahre aufbewahren, das Finanzamt kann sie zur Überprüfung verlangen. Für automatisch gemeldete Sonderausgaben ist das nicht nötig.

Häufige Fragen zur Checkliste

Lohnt sich der Antrag auch ohne einen einzigen Beleg?

Ja, in vielen Fällen. Absetzbeträge wie Familienbonus Plus, Alleinverdienerabsetzbetrag oder Pendlereuro brauchen keine Belege im engeren Sinn, sondern nur Angaben. Dazu kommt die Negativsteuer bei geringem Einkommen. Auch wer keine einzige Rechnung gesammelt hat, bekommt deshalb oft Geld zurück.

Wie viel bringt ein Euro Werbungskosten wirklich?

So viel wie der Grenzsteuersatz. Bei 40 Prozent bringen 100 Euro Werbungskosten 40 Euro. Absetzbeträge wirken dagegen eins zu eins: 100 Euro Absetzbetrag sind 100 Euro weniger Steuer. Deshalb steht Block 1 in dieser Liste an erster Stelle.

Was passiert, wenn etwas zu Unrecht eingetragen wird?

Das Finanzamt kann den Bescheid berichtigen und den Betrag nachfordern. Bei vorsätzlich falschen Angaben drohen finanzstrafrechtliche Folgen. Wer einen Fehler bemerkt, sollte ihn selbst berichtigen, über FinanzOnline oder eine Selbstanzeige, solange keine Prüfung eingeleitet ist.

Müssen die Belege mitgeschickt werden?

Nein. Belege werden der Erklärung nicht beigelegt, sind aber sieben Jahre aufzubewahren. Das Finanzamt fordert sie stichprobenartig an. Eine einfache Jahresaufstellung mit Datum, Zweck und Betrag spart im Anlassfall viel Zeit.

Wo stehen die Kennzahlen im Formular?

Die Kennzahlen stehen neben den Eingabefeldern im Formular L1 und in den Beilagen L1ab (außergewöhnliche Belastungen), L1k (Kinder) und L1d (Sonderausgaben). In FinanzOnline sind sie ebenfalls angeführt. Diese Checkliste nennt sie je Posten mit, soweit es eine eigene Kennzahl gibt.

Wie weit zurück lässt sich die Erklärung einreichen?

Fünf Jahre. Im Jahr 2026 also noch für die Jahre 2021 bis 2025, für 2021 bis Ende 2026. Jedes Jahr wird gesondert eingereicht, Ausgaben aus verschiedenen Jahren lassen sich nicht zusammenfassen. Bei einer Pflichtveranlagung gelten kürzere Fristen.

Allgemeine Information ohne Gewähr, keine individuelle Steuerberatung. Maßgeblich sind die geltenden Gesetze und der Bescheid des Finanzamts. Beträge und Grenzen ändern sich mit jedem Steuerjahr.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Im Zweifel gilt die Quelle, denn Beträge und Regeln ändern sich jährlich.

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