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13. und 14. Gehalt: warum davon so viel übrig bleibt

Vom 13. und 14. Gehalt bleibt deutlich mehr netto als vom Monatsgehalt. Der Grund ist das Jahressechstel nach § 67 EStG: Ein Freibetrag bleibt steuerfrei, der Rest kostet meist nur 6 Prozent Lohnsteuer. Dazu kommt ein niedrigerer Sozialversicherungsbeitrag. Wer mitten im Jahr den Arbeitgeber wechselt, kann den Vorteil allerdings teilweise verlieren.

Taschenrechner auf einem Finanzbericht
Foto: Bia Limova, Pexels

Zur Arbeitnehmerveranlagung

Inhalt5 Abschnitte

Warum das 13. und 14. Gehalt so günstig besteuert wird

Zwei Sonderzahlungen im Jahr fallen unter einen eigenen, deutlich niedrigeren Tarif.

2026 · je Kalenderjahr620 €Steuerfreier Freibetrag (§ 67 Abs. 1)Quelle: Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026 (öffnet in neuem Tab)
innerhalb des Jahressechstels6 %Steuersatz bis 25.000 €
2026 · darunter keine Lohnsteuer2.615 €Freigrenze für SonderzahlungenQuelle: Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026 (öffnet in neuem Tab)

Das 13. und 14. Gehalt, also Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration, behandelt das Steuerrecht anders als das laufende Monatsgehalt. Grundlage ist § 67 des Einkommensteuergesetzes (EStG).

Begünstigt ist das Jahressechstel: ein Sechstel der im Kalenderjahr bezogenen laufenden Bruttobezüge. Bei zwölf Monatsgehältern sind das genau zwei Monatsgehälter.

Bleiben alle Sonderzahlungen im Kalenderjahr unter der Freigrenze von 2.615 €, fällt keine Lohnsteuer an. Liegen sie darüber, bleibt ein Freibetrag von 620 € steuerfrei. Der Rest bis 25.000 € kostet 6 Prozent. Zum Vergleich: Auf das laufende Gehalt fallen bei vielen Beschäftigten 30 oder 40 Prozent Grenzsteuersatz an.

RechtsgrundlageZum Rechner

Jahressechstel (13. und 14. Gehalt)

Rahmen nach § 67 EStG, in dem das 13. und 14. Gehalt begünstigt besteuert werden.

Aktueller Wert620 €Freibetrag für Sonderzahlungen
  • Entspricht einem Sechstel der laufenden Bezüge des Kalenderjahres, bei zwölf gleichen Gehältern zwei Monatsgehältern
  • Freibetrag 620 €; bleiben die Sonderzahlungen unter der Freigrenze von 2.615 €, fällt keine Lohnsteuer an
  • Der Teil über dem Freibetrag wird mit 6 % besteuert, erst bei sehr hohen Sonderzahlungen steigt der Satz
  • Was das Jahressechstel übersteigt, wird wie ein laufender Bezug nach Tarif besteuert

Der Staffeltarif für Sonderzahlungen im Überblick

Erst bei sehr hohen Sonderzahlungen greifen höhere Stufen.

Für die meisten Beschäftigten fallen Urlaubs- und Weihnachtsgeld vollständig in die 6-Prozent-Stufe. Die Stufen von 27 und 35,75 Prozent erreicht nur, wer sehr hohe Prämien oder Boni als Sonderzahlung erhält.

Teilbetrag der SonderzahlungSteuersatzBedeutung
Erste 620 €0 %Freibetrag (§ 67 Abs. 1 EStG)
bis 25.000 €6 %übliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld
25.000 € bis 50.000 €27 %sehr hohe Boni und Sonderbezüge
50.000 € bis 83.333 €35,75 %höchste feste Stufe
über 83.333 €Lohnsteuertarifwie laufender Bezug
Besteuerung von Sonderzahlungen innerhalb des Jahressechstels (§ 67 EStG)

Sozialversicherung: ein Prozentpunkt weniger auf Sonderzahlungen

Nicht nur die Steuer ist milder, auch der Sozialversicherungsbeitrag ist bei Sonderzahlungen niedriger als beim Monatsgehalt.

2026 · Dienstnehmeranteil17,07 %SV-Beitrag SonderzahlungQuelle: ÖGK: Beitragsrechtliche Werte (öffnet in neuem Tab)
2026 · Dienstnehmeranteil18,07 %SV-Beitrag laufender BezugQuelle: ÖGK: Beitragsrechtliche Werte (öffnet in neuem Tab)
2026 · je Kalenderjahr13.860 €Höchstbeitragsgrundlage SonderzahlungenQuelle: ÖGK: Beitragsrechtliche Werte (öffnet in neuem Tab)

Von Urlaubs- und Weihnachtsgeld gehen 17,07 % Sozialversicherung ab statt 18,07 % beim laufenden Gehalt. Der Grund: Arbeiterkammerumlage und Wohnbauförderungsbeitrag werden von Sonderzahlungen nicht eingehoben.

Für Sonderzahlungen gilt außerdem eine eigene Höchstbeitragsgrundlage: 2026 sind es 13.860 € für alle Sonderzahlungen des Kalenderjahres zusammen, das Doppelte der monatlichen Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 €. Was darüber liegt, ist beitragsfrei.

Musterrechnung: So viel Netto bleibt von 3.000 € Sonderzahlung

So rechnet die Personalverrechnung eine Sonderzahlung von 3.000 € ab, wenn das Jahressechstel reicht und der Freibetrag noch nicht verbraucht ist.

von 3.000 € brutto2.375,83 €Netto-Auszahlung (rund 79 %)
nach Freibetrag112,07 €Lohnsteuer (6-%-Stufe)

Von 3.000 Euro brutto bleiben 2.375,83 Euro netto, eine Nettoquote von rund 79 Prozent. Der Freibetrag von 620 € gilt einmal im Jahr, bei der zweiten Sonderzahlung fällt er weg und die Lohnsteuer ist entsprechend höher. Liegt die erste Sonderzahlung noch unter der Freigrenze, behält die Personalverrechnung zunächst oft keine Lohnsteuer ein und versteuert sie nach, sobald die zweite Zahlung die Freigrenze überschreitet.

Mit eigenen Zahlen lässt sich das 13. und 14. Gehalt im Brutto-Netto-Rechner nachrechnen.

AbrechnungspositionRechenschrittBetrag
Brutto-SonderzahlungUrlaubs- oder Weihnachtsgeld3.000,00 €
Sozialversicherung (17,07 %)3.000 € x 17,07 %minus 512,10 €
Zwischensumme3.000 € minus 512,10 €2.487,90 €
Freibetrag § 67 Abs. 1 EStGsteuerfreiminus 620,00 €
Bemessungsgrundlage2.487,90 € minus 620 €1.867,90 €
Lohnsteuer (6 %)1.867,90 € x 6 %minus 112,07 €
Netto3.000 € minus SV minus Lohnsteuer2.375,83 €
Abrechnung einer Sonderzahlung von 3.000 € brutto (2026)

Die Sechstelüberhang-Falle beim Jobwechsel

Wer im Laufe des Jahres den Arbeitgeber wechselt, erlebt beim Weihnachtsgeld oft eine unliebsame Überraschung.

Das Jahressechstel bildet jeder Arbeitgeber nur aus den laufenden Bezügen, die er selbst im Kalenderjahr ausbezahlt hat. Ein Beispiel: Eine Angestellte beginnt am 1. September eine neue Stelle. Bis Ende November hat sie dort erst drei Monatsgehälter bezogen, ihr Jahressechstel beim neuen Arbeitgeber liegt damit nur bei rund einem halben Monatsgehalt.

Zahlt der neue Arbeitgeber im November ein volles Weihnachtsgeld, übersteigt es dieses Sechstel: Es entsteht ein Sechstelüberhang. Der Teil, der nicht mehr ins Jahressechstel passt, kostet nicht 6 Prozent, sondern wird wie ein laufender Bezug nach dem Tarif versteuert.

Der Überhang fließt in die Arbeitnehmerveranlagung ein. Bei einem Einstieg mitten im Jahr endet das oft mit einer Gutschrift, weil das Jahreseinkommen niedriger ist, als die Lohnsteuer unterm Jahr unterstellt hat. Ob ein Überhang angefallen ist, zeigt der Jahreslohnzettel.

Häufige Fragen

Bekommt jeder Arbeitnehmer 13. und 14. Gehalt?

Ein Gesetz schreibt sie nicht vor, geregelt sind sie aber praktisch immer im anwendbaren Kollektivvertrag oder im Arbeitsvertrag. Dort stehen auch Höhe, Fälligkeit und Aliquotierung.

Fällt auf kleine Sonderzahlungen überhaupt Lohnsteuer an?

Bleiben alle Sonderzahlungen im Jahr unter der Freigrenze von 2.615 €, fällt gar keine Lohnsteuer an. Liegen sie darüber, bleiben die ersten 620 € steuerfrei, der Rest innerhalb des Jahressechstels wird mit 6 % versteuert.

Gehen vom 13. und 14. Gehalt auch Sozialversicherungsbeiträge ab?

Ja, mit 17,07 % statt 18,07 % beim laufenden Bezug. Dafür gilt eine eigene Höchstbeitragsgrundlage von 13.860 € im Jahr. Die Lohnsteuer wird erst vom Betrag nach Abzug der Sozialversicherung berechnet.

Lässt sich ein Sechstelüberhang vermeiden?

Kaum, denn er ergibt sich aus dem Jobwechsel oder dem Einstieg während des Jahres. Der Überhang wird zum normalen Tarif versteuert und fließt in die Arbeitnehmerveranlagung ein. Nach einem Einstieg mitten im Jahr bringt sie oft eine Gutschrift.

Was passiert mit Sonderzahlungen bei Kündigung oder Austritt?

Wer während des Jahres ausscheidet, bekommt Urlaubs- und Weihnachtsgeld in der Regel anteilig für die zurückgelegte Dienstzeit. Ob ein schon ausbezahlter, zu hoher Teil zurückverrechnet wird, regelt der Kollektivvertrag.

Können Prämien oder Boni begünstigt abgerechnet werden?

Ja, wenn sie als sonstiger Bezug ausbezahlt werden und das Jahressechstel durch Urlaubs- und Weihnachtsgeld noch nicht ausgeschöpft ist. Dann gilt auch für sie der Steuersatz von 6 % statt des normalen Tarifs.

Gilt das Jahressechstel auch für Teilzeitkräfte und Lehrlinge?

Ja. Das Jahressechstel bemisst sich nach den tatsächlichen laufenden Bezügen. Bei kleinen Einkommen bleiben Sonderzahlungen oft unter der Freigrenze von 2.615 € und damit lohnsteuerfrei. Die Sozialversicherung wird grundsätzlich trotzdem abgezogen, aber nicht immer im vollen Ausmaß: Bei niedrigem Entgelt sinkt der Arbeitslosenversicherungsbeitrag oder entfällt ganz, wobei die Sonderzahlung für sich betrachtet wird (§ 2a AMPFG; 2026 kein Beitrag bis 2.225 € im Monat). Für Lehrlinge gelten niedrigere Sätze, und geringfügig Beschäftigte zahlen in der Regel keinen Dienstnehmeranteil.

Allgemeine Information ohne Gewähr, keine individuelle Steuerberatung. Maßgeblich sind die geltenden Gesetze und der Bescheid des Finanzamts. Beträge und Grenzen ändern sich mit jedem Steuerjahr.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Im Zweifel gilt die Quelle, denn Beträge und Regeln ändern sich jährlich.

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