Sparen & Vergleichen

Mobilfunk & Handytarife

In Österreich teilen sich drei Netzbetreiber die Infrastruktur, Dutzende Discounter verkaufen Tarife in denselben Netzen, und das TKG 2021 begrenzt Bindung und Kündigungsfristen. Wer Endgerät und Tarif getrennt kauft und einen Anbieter ohne Wertsicherungsklausel wählt, zahlt oft deutlich weniger.

Person tippt entspannt auf ihrem Smartphone
Foto: Tim Samuel, Pexels

Tarifwechsel in 5 Schritten

Inhalt10 Abschnitte

Netze und Netzqualität

Die Infrastruktur ruht auf drei Netzbetreibern (MNOs) mit eigenen Frequenzlizenzen: A1, Magenta und Drei (siehe Tabelle). Im Netztest von CHIP (Messungen: NET CHECK) führt A1 (Note 1,7) vor Magenta (1,9) und Drei (2,4); bei großen Datentransfers über 100 MBit/s liegen A1 (91,85 %) und Magenta (89,80 %) vorn. Drei setzt dafür stark auf modernes 5G Standalone (laut Test bei rund 70 % der Kundinnen und Kunden mit passendem Smartphone), während A1 und Magenta überwiegend 5G Non-Standalone auf LTE-Basis fahren.

NetzbetreiberEigentümerMarktanteilVorwahl
A1 Telekom AustriaTelekom Austria Group36,2 %0664
Magenta TelekomDeutsche Telekom24,9 %0676
Hutchison Drei AustriaCK Hutchison Holdings20,1 %0660 / 0699
Die drei Netzbetreiber in Österreich. Marktanteile in SIM-Karten per Ende 2025 laut RTR, zur Einordnung der Größenverhältnisse.
Begriff

Mobilfunk- & Internetverträge

Tarifprüfung, Wertsicherungsklauseln, OGH-Urteile zu Servicepauschalen und Kündigungsfristen.

KennzahlRTR-zertifizierte VergleichsportaleNeutraler Tarifvergleich
  • OGH-Rechtsprechung zu Servicepauschalen eröffnet Rückforderungschancen
  • Discounter (MVNOs) bieten oft 50 bis 70 % günstigere Tarife im selben Netz
  • Rufnummernmitnahme (NÜV) ist in Österreich gesetzlich kostenlos

Discounter (MVNOs) und ihr Hintergrundnetz

Kaum ein Land hat so viele virtuelle Betreiber (MVNOs) wie Österreich. Sie besitzen kein eigenes Netz, sondern mieten sich bei A1, Magenta oder Drei ein, sparen bei Shops und Service und geben das über den Preis weiter. Wer Wert auf ein bestimmtes Netz legt, findet die Zuordnung in der Tabelle.

HoT (Hofer Telekom, Vertrieb über Hofer) drückte mit einem Marktanteil von 9,9 % (Ende 2025, RTR) die Preise nachhaltig. Nischenanbieter wie MTEL bedienen gezielt das Balkan-Roaming.

Physisches NetzVirtuelle Anbieter (Auswahl)
A1-Netzbob, yesss!, XOXO, Ge-org!, Krone mobile, MTEL, Lycamobile
Magenta-NetzHoT (größter MVNO, > 1,5 Mio. Kunden), S-BUDGET, LIWEST Mobil, Raiffeisen Mobil
Drei-Netzspusu, educom, Lidl Connect, eety, Kabelplus Mobile
Welcher Discounter in welchem Netz funkt

Tarife strategisch wählen

In den Premium-Verträgen der Netzbetreiber steckt oft eine versteckte Ratenzahlung für das Smartphone, erkauft mit 24 Monaten Bindung. SIM-Only-Tarife der MVNOs kommen ohne Gerät aus, bieten für 5 bis 15 € im Monat viel Datenvolumen und sind meist monatlich kündbar.

FeatureDetails
Datenmitnahme (Rollover)Nicht verbrauchtes Volumen wandert in den Folgemonat (eingeführt von spusu, übernommen u. a. von yesss!, bob, educom). Roaming-Volumen ist meist ausgenommen
Bildungs- und JugendtarifeMarken wie educom und XOXO bieten gegen Bildungsnachweis stark rabattierte Tarife ohne Anmeldegebühr und Bindung (z. B. XOXO „LOVELY“ ab 11,83 € mit unlimitiertem 5G-Volumen)
Kombi-BoniBündelung von Internet, TV und Mobilfunk bringt Rabatte (Magenta Family bis 15 %, A1 Family, Drei Kombi-Vorteil 7 bis 14 €/Monat), erzeugt aber einen Lock-in-Effekt, der den Wechsel zu günstigen MVNOs erschwert
Tarif-Features, die sich lohnen können

Inflation: Wertsicherungsklauseln

Fast alle Laufzeitverträge der Netzbetreiber koppeln das Grundentgelt über eine Wertsicherungsklausel an den Verbraucherpreisindex. Am 1. April 2026 erhöhten A1 und Magenta um 3,5 %, Drei, das 2025 nicht angepasst hatte, je nach Tarif um bis zu 6,5 %. Ein Sonderkündigungsrecht entstand dadurch nicht. MVNOs wie HoT, spusu, yesss! und Liwest Mobil verzichten auf Indexanpassungen; HoT erhöht stattdessen das Datenvolumen („More for More“) und lässt die Grundgebühr gleich.

Gekippte Spesen: Geld zurückholen

Klagen von AK und VKI haben zahlreiche Nebengebühren zu Fall gebracht. Bei Fitnessstudios erklärte der OGH 2022 eine Servicepauschale ohne konkrete Gegenleistung für unzulässig. Im Mobilfunk (Servicepauschale 20 bis 35 € im Jahr) haben Kundinnen und Kunden Einzelverfahren gegen A1 und Magenta rechtskräftig gewonnen, die Gerichte übertrugen die Fitnessstudio-Urteile auf Handyverträge. Die Arbeiterkammer hat 2024 beim Handelsgericht Wien Verbandsklagen gegen A1, Magenta und Drei eingebracht; eine Entscheidung des OGH zum Mobilfunk war bei unserer letzten Prüfung (November 2026) im RIS nicht zu finden. Neue Verträge der großen Anbieter enthalten keine Servicepauschale mehr.

GebührErgebnis
Verzugszinsen von bis zu 12 % (A1) bzw. 10 % (Drei)auf den gesetzlichen Rahmen begrenzt
Zahlscheinentgelte (2,50 € bei A1 bis 10 € bei Drei)Verstoß gegen das Zahlungsdienstegesetz
Bearbeitungs- und Wiedereinschaltentgelte (z. B. 15 € bzw. 30 € bei A1)ebenfalls gekippt
Rechtlich gekippte Nebengebühren

TKG 2021: starke Verbraucherrechte

Das Telekommunikationsgesetz 2021 gilt seit 1. November 2021. Es begrenzt die Bindung, verkürzt die Kündigungsfrist und deckelt, was ein Anbieter beim vorzeitigen Ausstieg für ein Gerät verlangen darf:

RechtRegelung
KündigungsfristenMindestvertragsdauer höchstens 24 Monate, danach jederzeit mit einem Monat Frist kündbar (Abs. 1 und 5)
UmzugWird die Leistung am neuen Wohnsitz nicht angeboten, ist der Vertrag mit zwei Monaten Frist zum Monatsende kündbar (Abs. 11)
VertragsänderungenNachteilige Änderungen sind drei Monate im Voraus mitzuteilen, bis dahin ist der Vertrag kündbar (Abs. 8). Eine Erhöhung aus einer bereits vereinbarten Wertsicherungsklausel gilt in der Praxis nicht als solche Änderung
Hardware-AbschlagNur wenn das Gerät behalten wird, gesetzlich gedeckelt: Ausgangswert 90 % des Kaufpreises, bis zum sechsten Monat 50 % davon, danach sinkend (Abs. 12 und 13)
Verbraucherrechte aus dem TKG 2021 (§ 135)

Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme

Seit 1. November 2021 ist die Rufnummernmitnahme (Portierung) kostenlos. Der neue Anbieter wickelt sie ab:

1

NÜV-Information anfordern

Beim bisherigen Anbieter (im Shop binnen 20 Minuten, 90 Tage gültig).

2

Portierungsauftrag stellen

Beim neuen Anbieter, bis zu 100 Tage im Voraus terminierbar.

3

Altvertrag gilt als gekündigt

Seit 1. Mai 2022 gilt der NÜV-Antrag automatisch als Kündigung des Altvertrags.

4

Nahtlose Umschaltung

Die Unterbrechung darf maximal einen Arbeitstag betragen.

Roaming: EU und globale Kostenfallen

In der EU und im EWR gilt „Roam like at Home“: Anrufe und SMS wie im Inland, ohne Aufschlag. Beim Datenvolumen greift eine Fair Use Policy, gekoppelt an den regulierten Großhandelspreis:

(Netto-Paketpreis ÷ max. Großhandelspreis je GB) × 2 = EU-Datenlimit in GB

Beispiel HoT 2026: (8,25 € ÷ 1,10 €) × 2 = 15 GB. Da der Großhandelspreis jährlich sinkt (2022: 2,00 €, 2026: 1,10 €, 2027: 1,00 €), steigt das EU-Volumen bei gleichem Tarifpreis automatisch.

Außerhalb der EU gilt „Roam like at Home“ nicht, Anrufe und Daten kosten dort die Auslandstarife des Anbieters. Für Datenroaming gilt laut Arbeiterkammer weltweit eine Kostengrenze von 60 €, auch in Satellitennetzen auf Kreuzfahrtschiffen und in Flugzeugen: Bei 80 % kommt eine Warnung, beim Erreichen wird gesperrt, außer die Grenze wird aufgehoben. Für Telefonie gibt es keine solche Grenze. Günstiger sind meist lokale SIMs oder eSIMs (z. B. Airalo, Holafly). Für den Westbalkan (Serbien, Bosnien, Montenegro, Nordmazedonien) bietet MTEL aufschlagsfreie Tarife in einer eigenen „MTEL Zone“.

Sozialtarife und Markttransparenz

Wer vom ORF-Beitrag befreit ist (OBS, ehemals GIS), kann bei der OBS einen Zuschuss zum Fernsprechentgelt von 10 € im Monat beantragen. Viele Anbieter (A1, Magenta, Drei, spusu, HoT, HELP mobil) rechnen ihn in eigene Sozialtarife ein, teils mit Basis-Telefonie zum Nulltarif. Dieselbe Befreiung öffnet seit 1. April 2026 auch den Strom-Sozialtarif, Studierende ausgenommen; dafür braucht die OBS die Zählpunktnummer (siehe Strommarkt und Stromkosten).

Unabhängige Vergleiche liefern die Portale, die die RTR nach § 134 TKG 2021 zertifiziert hat: tarife.at (Februar 2023) und die Tarifrechner der Arbeiterkammer (Dezember 2023). tarife.at rechnet den Effektivpreis über 24 Monate mit allen Gebühren und Boni und schätzt per „SpeedMap“ die tatsächliche Netzgeschwindigkeit an der Wohnadresse.

Die wichtigsten Spartipps

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Häufige Fragen zum Vergleich

Sind Discounter-Tarife schlechter als die der großen Anbieter?

In der Netzqualität nicht, denn Discounter (MVNOs) funken in den Netzen der großen Betreiber. Unterschiede gibt es bei Zusatzleistungen, bei der Priorisierung in Spitzenzeiten und beim Kundenservice. Im Alltag merken die meisten davon nichts, den Preisunterschied dagegen schon.

Was ist eine Wertsicherungsklausel und was bewirkt sie?

Sie erlaubt dem Anbieter, den Preis automatisch entlang eines Index anzuheben, meist des Verbraucherpreisindex. Der beworbene Preis gilt damit oft nur im ersten Jahr. Vor dem Abschluss lohnt der Blick in die Vertragsbedingungen: Gibt es eine solche Klausel, und was kostet der Tarif über die ganze Bindungsdauer?

Lässt sich die Rufnummer mitnehmen?

Ja. Die Rufnummernmitnahme ist gesetzlich garantiert, seit November 2021 kostenlos und läuft über den neuen Anbieter. Nötig ist die NÜV-Information des bisherigen Anbieters. Den Altvertrag nicht selbst kündigen: Der Portierungsantrag gilt seit Mai 2022 automatisch als Kündigung.

Wie kommt man vorzeitig aus einem Vertrag mit Bindung?

Über eine einseitige Vertragsänderung zum Nachteil der Kundin oder des Kunden: Sie berechtigt zur Kündigung, auch während der Bindung. Eine Erhöhung aus einer vereinbarten Wertsicherungsklausel zählt nicht dazu. Sonst läuft die Bindung, höchstens 24 Monate, danach ist der Vertrag nach dem TKG 2021 mit einem Monat Frist kündbar.

Was gilt beim Roaming?

Innerhalb der EU gilt das Inlandsentgelt („Roam like at home“), mit einer regulierten Fair-Use-Grenze beim Datenvolumen. Außerhalb der EU (etwa in der Schweiz, in Großbritannien oder auf Schiffen und in Flugzeugen) gelten die Auslandstarife des Anbieters, die sehr hoch sein können. Für Datenroaming greift weltweit eine Kostengrenze von 60 €, für Telefonie nicht. Datenroaming außerhalb der EU daher vorsorglich abschalten oder eine lokale eSIM nutzen.

Allgemeine Information ohne Gewähr, keine Energie-, Telekommunikations- oder Rechtsberatung. Tarife und Konditionen ändern sich laufend; maßgeblich ist das Angebot des Anbieters zum Zeitpunkt des Abschlusses.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Im Zweifel gilt die Quelle, denn Beträge und Regeln ändern sich jährlich.

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