Negativsteuer (SV-Rückerstattung)
Geld vom Finanzamt für Menschen, die so wenig verdienen, dass keine Lohnsteuer anfällt: Ein Teil ihrer Sozialversicherungsbeiträge kommt zurück.
Die Einkommensteuer kann in Österreich negativ werden, dann zahlt das Finanzamt aus, statt einzunehmen.
Wie es dazu kommt: Wer unter der Steuergrenze von 13.539 € Jahreseinkommen bleibt, zahlt keine Lohnsteuer. Sozialversicherungsbeiträge werden trotzdem abgezogen. Ein Teil davon wird über die Arbeitnehmerveranlagung als Gutschrift ausbezahlt.
Die Sätze und Höchstbeträge:
- Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: bis zu 55 % der Beiträge, höchstens 1.300 €
- mit Anspruch auf Pendlerpauschale: höchstens 1.554 €
- Pensionistinnen und Pensionisten: bis zu 80 % der Beiträge, höchstens 723 €
Voraussetzung ist nur, dass überhaupt Sozialversicherungsbeiträge angefallen sind. Bei einem rein geringfügigen Dienstverhältnis ohne Selbstversicherung ist das nicht der Fall.
Typische Fälle: Ferialjob, Teilzeit, unterjähriger Berufseinstieg, Karenz mit spätem Wiedereinstieg, geringe Pension.
Keine Belege nötig. Für die Negativsteuer braucht es keine Rechnungen, die Beitragsdaten liegen dem Finanzamt bereits vor. Es genügt, die Arbeitnehmerveranlagung einzureichen.
Die antragslose Veranlagung holt das oft automatisch nach, aber erst wenn bis Ende Juni des Folgejahres keine Erklärung eingegangen ist, und nur mit dem, was dem Finanzamt vorliegt: Lohnzettel und automatisch gemeldete Sonderausgaben wie Kirchenbeitrag und Spenden. Eigene Werbungskosten und ein nicht beim Arbeitgeber beantragtes Pendlerpauschale fehlen. Wer selbst einreicht, bekommt deshalb oft mehr, das Pendlerpauschale hebt sogar den Höchstbetrag.
Weitere negativsteuerfähige Posten: Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag sowie der Kindermehrbetrag. Der Familienbonus Plus dagegen nicht.