Steuer & Lohnsteuerausgleich

Absetzbetrag vs. Freibetrag

Ein Freibetrag mindert das steuerpflichtige Einkommen; ein Absetzbetrag wird direkt von der errechneten Steuer abgezogen.

Der Unterschied entscheidet darüber, wie viel eine Position tatsächlich bringt und er wird regelmäßig verwechselt.

Ein Absetzbetrag mindert die berechnete Steuer direkt. 1.000 € Absetzbetrag sind 1.000 € weniger Steuer, unabhängig vom Einkommen.

Ein Freibetrag mindert nur die Bemessungsgrundlage, also das zu versteuernde Einkommen. Was er bringt, hängt vom Grenzsteuersatz ab: 1.000 € Freibetrag bringen bei 20 % nur 200 €, bei 48 % dagegen 480 €.

Rechenbeispiel. Zwei Personen, beide mit einem Kind:

  • Person A hat 25.000 € Einkommen, Grenzsteuersatz 30 %. Ein Freibetrag von 1.000 € bringt ihr 300 €.
  • Person B hat 80.000 € Einkommen, Grenzsteuersatz 48 %. Derselbe Freibetrag bringt ihr 480 €.
  • Der Familienbonus Plus als Absetzbetrag bringt beiden gleich viel: bis zu 2.000 € je Kind, solange die Steuerleistung ausreicht.

Daraus folgt die Prüfreihenfolge: Zuerst schauen, ob ein Absetzbetrag übersehen wurde. Erst danach die Werbungskosten und Sonderausgaben zusammensuchen.

Absetzbeträge sind unter anderem Verkehrsabsetzbetrag, Familienbonus Plus, Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag, Kindermehrbetrag, Unterhaltsabsetzbetrag, Pendlereuro und Pensionistenabsetzbetrag.

Freibeträge und abzugsfähige Ausgaben sind Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen.

Ein dritter Fall: Manche Absetzbeträge sind negativsteuerfähig, sie werden auch dann ausbezahlt, wenn gar keine Lohnsteuer angefallen ist. Das gilt etwa für den Alleinverdienerabsetzbetrag, nicht aber für den Familienbonus Plus.

Werte 2026

Kennzahlen

  • 2.000 €Familienbonus Plus je Kind u18 (Absetzbetrag)RIS
  • 132 €Werbungskostenpauschale (Freibetrag)RIS
  • 612 €AVAB / AEAB 1 Kind (negativsteuerfähig)RIS
  • 496 €Verkehrsabsetzbetrag (Absetzbetrag)RIS