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Vorsorge & Anlegen

KESt zurückholen: die Regelbesteuerungsoption für Geringverdiener

Zinsen, Dividenden und Kursgewinne versteuert die Bank automatisch. Bei geringem Einkommen bekommst du einen Teil dieser Steuer zurück.

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Inhalt3 Abschnitte

Was ist die Regelbesteuerungsoption?

Statt des festen Sondersteuersatzes zählt dein persönlicher Steuertarif.

Auf Kapitalerträge behält deine Bank oder ein steuereinfacher Broker automatisch die Kapitalertragsteuer ein: 25 % auf Zinsen von Sparbuch und Konto, 27,5 % auf Dividenden, Kursgewinne, Fondserträge und Anleihezinsen. Wie viel du sonst verdienst, spielt dabei keine Rolle.

Mit der Regelbesteuerungsoption drehst du das um: Deine Kapitalerträge werden zu deinem übrigen Einkommen gezählt und nach dem normalen Tarif versteuert. Die bereits abgezogene KESt rechnet dir das Finanzamt an, was zu viel war, bekommst du zurück.

Jahreseinkommen samt KapitalerträgenTarif auf die ErträgeLohnt sich die Option?
bis 13.539 €0 %ja, die KESt kommt ganz zurück
bis 21.992 €20 %ja, ein Teil der KESt kommt zurück
darüber30 % und mehrnein, du zahlst mehr als mit der KESt
Faustregel 2026: Steuersatz auf zusätzliche Kapitalerträge
Rechtsgrundlage

KESt-Verlustausgleich & Besteuerung von Meldefonds

Automatischer Verrechnungstopf für realisierte Kursverluste mit Dividenden und Gewinnen innerhalb desselben Kalenderjahres.

KennzahlAutomatischer JahresverlustausgleichKennzahl
  • Österreichische Broker führen den unterjährigen Verlustausgleich automatisch durch
  • Meldefonds liefern Steuerdaten direkt an die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB)
  • Ausschüttungsgleiche Erträge (AgE) bei Thesaurierern werden jährlich automatisch versteuert
  • Verlustvortrag in Folgejahre ist für Privatanleger in Österreich gesetzlich ausgeschlossen

Wann sie sich lohnt

Entscheidend ist der Steuersatz, mit dem die Erträge zusätzlich belastet würden, nicht dein Durchschnitt.

Oft liest man, der Durchschnittssteuersatz müsse unter 27,5 % liegen. Das greift zu kurz: Die Kapitalerträge kommen oben auf dein übriges Einkommen drauf und werden deshalb mit deinem Grenzsteuersatz besteuert. Liegt der bei 30 % oder mehr, zahlst du mit der Option mehr als mit der KESt, auch wenn dein Durchschnittssteuersatz viel niedriger ist.

Typische Fälle, in denen sich die Option lohnt: Studierende mit Depot, Menschen in Karenz oder Teilzeit, Pensionistinnen und Pensionisten mit kleiner Pension und Kinder mit eigenem Sparbuch. Wer ganzjährig Vollzeit arbeitet, liegt meist schon mit dem Gehalt über der Grenze.

So stellst du den Antrag

Du stellst den Antrag in der Einkommensteuererklärung: Formular E 1 mit der Beilage E 1kv für Einkünfte aus Kapitalvermögen, am einfachsten über FinanzOnline. Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ersetzt diese Erklärung die Arbeitnehmerveranlagung, deine Werbungskosten und Sonderausgaben trägst du gleich dort ein.

Die Beträge für die E 1kv stehen in der Jahressteuerbescheinigung deiner Bank oder deines Brokers: die Kapitalerträge und die schon abgezogene KESt. Hast du ein Depot bei einem ausländischen Broker, erklärst du die Erträge ohnehin selbst in der E 1kv. Wie ein steuereinfacher Broker dir diese Arbeit abnimmt, steht im Beitrag Steuereinfacher Broker.

Häufige Fragen

Muss ich dafür einen steuereinfachen Broker haben?

Nein. Die Option steht dir unabhängig vom Broker zu. Bei einer österreichischen Bank oder einem steuereinfachen Broker ist die KESt schon abgezogen und steht in der Jahressteuerbescheinigung. Bei einem ausländischen Broker erklärst du die Erträge ohnehin selbst.

Kann die Regelbesteuerung auch schaden?

Ja. Das Finanzamt prüft nicht automatisch, ob sie günstiger ist. Liegt dein Grenzsteuersatz bei 30 % oder mehr, zahlst du mit der Option mehr als mit der KESt. Rechne deshalb vor dem Absenden beide Varianten durch.

Kann ich nur die Sparbuchzinsen zurückholen und die Dividenden bei der KESt lassen?

Nein. Die Option gilt immer für alle Kapitalerträge des Jahres, die mit 25 % oder 27,5 % besteuert werden. Einzelne Erträge herauszupicken ist nicht möglich.

Kann ich mit der Option Depotgebühren absetzen?

Nein. Für Kapitalerträge gilt ein Abzugsverbot für Werbungskosten, auch wenn du die Regelbesteuerung wählst. Depotgebühren, Spesen und Kreditzinsen für den Wertpapierkauf bleiben unberücksichtigt.

Allgemeine Information ohne Gewähr, keine individuelle Steuerberatung. Maßgeblich sind die geltenden Gesetze und der Bescheid deines Finanzamts. Beträge und Grenzen ändern sich mit jedem Steuerjahr.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Prüfe im Zweifel dort nach, Beträge und Regeln ändern sich jährlich.

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