Sparen & Vergleichen

Gasanbieter vergleichen und wechseln

Die Gasrechnung besteht aus drei Blöcken, und nur einer davon hängt vom Anbieter ab: der Energiepreis. Netzentgelte und Abgaben bleiben gleich, egal wer liefert. Der Vergleich setzt deshalb beim beweglichen Teil an.

Hände justieren die Instrumente einer Heizungsanlage
Foto: Heiko Ruth, Pexels

Zum Tarifkalkulator der E-Controle-control.at

Inhalt6 Abschnitte

Woraus sich der Gaspreis zusammensetzt

Drei Blöcke, ein beweglicher Teil.

§ 123 GWG 2011max. 3 WochenGesetzliche Wechselfrist

Energiepreis. Diesen Teil verrechnet der Lieferant, aufgeteilt in einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis (Cent je Kilowattstunde) und einen festen Grundpreis (Euro je Jahr). Nur dieser Block ändert sich beim Anbieterwechsel.

Netzentgelte. Sie gehen an den regionalen Netzbetreiber, die Höhe legt die E-Control per Verordnung fest. Wählen lässt sich der Netzbetreiber nicht, er hängt an der Adresse. Für 2026 wurden die Gasnetzentgelte angehoben.

Steuern und Abgaben. Dazu zählen die Erdgasabgabe, die Gebrauchsabgabe der Gemeinde und die Umsatzsteuer von 20 Prozent. Die Erdgasabgabe beträgt 6,60 Cent je Normkubikmeter. Auch dieser Block ist unabhängig vom Anbieter.

Die Folge: Wirbt ein Anbieter mit „30 Prozent günstiger“, meint er den Energieanteil, auf der Gesamtrechnung bleibt davon deutlich weniger übrig. Aussagekräftig sind deshalb nur die Jahresgesamtkosten, nie der Arbeitspreis allein.

BestandteilWer legt ihn festDurch Wechsel beeinflussbar?
Arbeitspreis (Cent/kWh)Lieferantja
Grundpreis (€/Jahr)Lieferantja
NetzentgeltE-Control per Verordnung, je Netzgebietnein
ErdgasabgabeBund (6,60 Cent je Nm³)nein
GebrauchsabgabeGemeindenein
Umsatzsteuer (20 %)Bundnein
Bestandteile der Gasrechnung und ihre Beeinflussbarkeit
Begriff

Strom- & Gasmarkt Österreich

Liberalisierter Energiemarkt in Österreich, E-Control Tarifkalkulator, Wechselboni und Netzentgelte.

Aktueller Wert6 CentStrom-Sozialtarif, Cent je kWh
  • Energielieferant frei wählbar; Netzbetreiber bleibt regional immer derselbe
  • Wechsel über E-Control Tarifkalkulator spart je nach Verbrauch und Ausgangstarif unterschiedlich viel jährlich
  • Gesamtrechnung besteht aus Energiepreis, gesetzlichen Netzentgelten und Steuern/Abgaben

Wie viel verbraucht ein Haushalt?

Ohne realistischen Jahresverbrauch ist jeder Vergleich wertlos.

Als Orientierung dienen diese Größenordnungen: eine Wohnung mit Gasheizung liegt oft bei 8.000 bis 15.000 kWh im Jahr, ein Einfamilienhaus je nach Dämmung und Baujahr bei 15.000 bis 25.000 kWh. Wer nur mit Gas kocht oder Warmwasser bereitet, kommt mit deutlich weniger aus.

Schätzwerte taugen dafür nicht. Der tatsächliche Verbrauch steht auf der letzten Jahresabrechnung, in Kilowattstunden für den Abrechnungszeitraum, und genau diese Zahl braucht der Vergleich.

Achtung bei der Einheit: Gaszähler messen in Kubikmetern, abgerechnet wird in Kilowattstunden. Umgerechnet wird über die Brennwertzahl und die Zustandszahl des Netzgebiets, beide stehen auf der Rechnung.

Ein ungewöhnlich hoher Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr ist ein eigenes Thema: Vor dem Anbieterwechsel lohnt der Blick auf Heizungseinstellung, Thermenwartung und Dämmung.

Mit dem Tarifkalkulator rechnen

Wir führen bewusst keinen eigenen Gastarif-Vergleich. Der Tarifkalkulator der E-Control ist der Rechner der Regulierungsbehörde, deckt alle am Markt verfügbaren Tarife ab, wird laufend gepflegt und ist frei von Provisionsinteressen. Ein eigener Vergleich wäre kleiner, älter und schlechter.

Der Ablauf: Postleitzahl und Jahresverbrauch in Kilowattstunden eingeben. Der Rechner ermittelt daraus die Jahreskosten je Tarif, samt Netzentgelt und Abgaben für das jeweilige Netzgebiet.

Filter richtig setzen: Wer flexibel bleiben will, blendet Tarife mit Bindung aus. Einmalboni besser ausklammern, sie schönen das erste Jahr und sagen nichts über die Folgejahre.

Ergebnis richtig lesen: Es zählen die Jahresgesamtkosten, nicht der Arbeitspreis. Ohne Bonus gerechnet zeigt sich, dass ein Tarif, der im ersten Jahr vorne liegt, im zweiten Jahr der teuerste sein kann.

Worauf es beim Tarif ankommt

Bindungsfrist. Ein Tarif mit zwölf Monaten Bindung ist meist günstiger, lässt aber keine Reaktion auf Preissenkungen zu. Länger als bis zum Ende des ersten Vertragsjahres darf eine Bindung die Kündigung nicht ausschließen. Ohne Bindung können Verbraucher jederzeit mit zwei Wochen Frist kündigen (§ 123 GWG).

Preisgarantie. Sie bezieht sich fast immer nur auf den Energiepreis, nicht auf Netzentgelte und Abgaben. Eine „Preisgarantie“ schützt also nicht vor einer Erhöhung der Gesamtrechnung.

Neukundenbonus. Ein einmaliger Bonus wird meist erst nach zwölf Monaten gutgeschrieben und ist oft an die Bindung gekoppelt. Die Jahreskosten deshalb ohne Bonus rechnen und nach Ablauf der Bindung erneut vergleichen.

Wertsicherung und Indexierung. Manche Tarife sind an einen Index gekoppelt und steigen automatisch. Das steht im Kleingedruckten und ist bei langfristigen Verträgen der wichtigste Punkt.

Abschlagszahlung. Sie ist eine Vorauszahlung, keine Kostenangabe. Eine niedrige Abschlagszahlung bedeutet nur eine höhere Nachzahlung bei der Jahresabrechnung.

Wechsel in der Praxis

1

Jahresabrechnung heraussuchen

Nötig sind der Jahresverbrauch in Kilowattstunden, die Zählpunktnummer (beginnt mit AT) und die aktuelle Anbieter- und Kundennummer.

Tipp: Die Zählpunktnummer steht auf jeder Rechnung und identifiziert die Anlage eindeutig.
2

Tarife vergleichen

Im Tarifkalkulator der E-Control Postleitzahl und Verbrauch eingeben, Boni ausklammern und die Jahresgesamtkosten vergleichen.

Zum Tarifkalkulator der E-Control →
3

Beim neuen Anbieter abschließen

Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten Lieferanten und die Abwicklung mit dem Netzbetreiber, eine eigene Kündigung ist nicht nötig. Der Wechsel selbst kostet nichts und dauert höchstens drei Wochen (§ 123 GWG).

4

Kündigungsfrist prüfen

Ohne Bindung beträgt die Frist für Verbraucher zwei Wochen, ein bestimmter Kündigungstermin ist nicht einzuhalten. Läuft noch eine Bindung, ist die ordentliche Kündigung spätestens zum Ende des ersten Vertragsjahres möglich (§ 123 GWG); eine frühere Auflösung kann Kosten auslösen.

5

Zählerstand melden und Endabrechnung prüfen

Zum Wechselstichtag den Zählerstand ablesen und dokumentieren. Der alte Versorger muss spätestens sechs Wochen nach dem Wechsel abrechnen (§ 127 Abs. 6 GWG); die Rechnung mit dem eigenen Ablesewert vergleichen.

Tipp: Ein Foto des Zählers mit sichtbarem Datum ist der einfachste Nachweis bei Abweichungen.

Wenn beim Wechsel etwas schiefgeht

Die Versorgung bricht beim Wechsel nicht ab, physisch ändert sich nichts. Fällt ein Anbieter aus oder scheitert der Wechsel, können sich Verbraucher auf die Grundversorgung berufen: Jeder Gasversorger, der Haushalte beliefert, muss sie dann beliefern (§ 124 GWG).

Bei Streit über eine Abrechnung zuerst den Anbieter schriftlich kontaktieren. Reagiert er nicht oder bleibt es strittig, ist die Schlichtungsstelle der E-Control zuständig, kostenlos für Verbraucher.

Wer die Rechnung nicht zahlen kann, spricht am besten früh mit dem Anbieter: Ratenvereinbarungen sind üblich, und vor einer Abschaltung sind mehrere Mahnungen und Fristen einzuhalten.

Häufige Fragen

Wie viel bringt ein Gasanbieterwechsel?

Das hängt vom Verbrauch und vom bisherigen Tarif ab. Beeinflussbar ist nur der Energieanteil, Netzentgelte und Abgaben bleiben gleich. Wer seit Jahren im Standardtarif seines angestammten Versorgers ist und viel verbraucht, spart meist am meisten. Die konkrete Zahl liefert nur der Tarifkalkulator mit dem tatsächlichen Verbrauch.

Muss der alte Vertrag selbst gekündigt werden?

Nein. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung und die gesamte Abwicklung mit dem Netzbetreiber. Er braucht nur Zählpunktnummer, Kundennummer und Verbrauch. Eine eigene Kündigung ist nicht nötig und kann den Ablauf stören.

Lässt sich der Netzbetreiber wechseln?

Nein. Der Netzbetreiber ist an die Adresse gebunden und ein regionales Monopol. Nur der Lieferant ist frei wählbar. Die Netzentgelte legt die E-Control per Verordnung fest, sie sind für alle Kunden im selben Netzgebiet identisch.

Was bringt eine Preisgarantie?

Sie schützt nur den Energieanteil vor Erhöhungen, nicht die Netzentgelte und Abgaben. Eine Preisgarantie ist deshalb kein Schutz vor einer höheren Gesamtrechnung. Wichtig ist auch, ob sie für die gesamte Laufzeit gilt oder nur für die ersten Monate.

Wird die Versorgung beim Wechsel unterbrochen?

Nein. Der Wechsel ist ein reiner Abrechnungsvorgang, physisch ändert sich nichts. Fällt ein Anbieter aus, sichert das Recht auf Grundversorgung (§ 124 GWG) einen neuen Liefervertrag.

Warum gibt es hier keinen eigenen Vergleich?

Weil der Tarifkalkulator der E-Control das besser kann. Er ist der Rechner der Regulierungsbehörde, umfasst alle Marktangebote, rechnet mit den Netzentgelten des jeweiligen Netzgebiets und hat kein Provisionsinteresse. Ein eigener Vergleich wäre kleiner und schneller veraltet.

Was ist die Grundversorgung nach § 124 GWG 2011?

Verbraucher und Kleinunternehmen können sich gegenüber einem Gasversorger, der Haushalte beliefert, auf die Grundversorgung berufen. Er muss sie dann zu seinem allgemeinen Tarif für die Grundversorgung beliefern. Für Verbraucher darf dieser Tarif nicht höher sein als jener, zu dem er die größte Zahl seiner Kunden versorgt. Eine Sicherheitsleistung oder Vorauszahlung darf höchstens eine monatliche Teilzahlung betragen.

Allgemeine Information ohne Gewähr, keine Energie-, Telekommunikations- oder Rechtsberatung. Tarife und Konditionen ändern sich laufend; maßgeblich ist das Angebot des Anbieters zum Zeitpunkt des Abschlusses.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Im Zweifel gilt die Quelle, denn Beträge und Regeln ändern sich jährlich.

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