Inhalt4 Abschnitte
Staatliches Pensionskonto
Transparente Übersicht über erworbene Pensionsansprüche im österreichischen Umlagesystem.
- Einsehbar mit ID Austria über www.meinesv.at
- Zeigt die monatliche Bruttopension zum Regelpensionsalter
- Basis zur Berechnung der persönlichen Pensionslücke
Zuerst die Lücke kennen
Bevor irgendein Produkt infrage kommt, braucht es eine Zahl. Sie steht auf dem Pensionskonto: Die Gesamtgutschrift geteilt durch 14 ergibt die monatliche Bruttopension bei Antritt zum Regelpensionsalter.
Davon Steuer und Krankenversicherungsbeitrag abziehen – dabei wirkt der Pensionistenabsetzbetrag von bis zu 1.020 € im Jahr. Das Ergebnis ist die voraussichtliche Nettopension.
Die Differenz zum heutigen Nettoeinkommen ist die Lücke. Mal zwölf, mal der erwarteten Pensionsdauer ergibt die Summe, um die es geht – bei 500 € Lücke über 25 Jahre sind das 150.000 €.
Erst mit dieser Zahl lässt sich beurteilen, ob eine monatliche Sparrate reicht oder ob es andere Hebel braucht.
Warum sich der Nachkauf doppelt lohnt
Er erhöht die Pension und senkt im Zahlungsjahr die Steuer.
Der Nachkauf von Schul- und Studienzeiten erwirbt zusätzliche Versicherungsmonate. Sie zählen für die Anspruchsvoraussetzungen und erhöhen die Gesamtgutschrift auf dem Pensionskonto.
Und er ist unbegrenzt als Sonderausgabe absetzbar. Bei einem Grenzsteuersatz von 48 % kostet ein Nachkauf von 10.000 € effektiv 5.200 € – der Staat trägt fast die Hälfte.
Je früher, desto günstiger: Der Beitrag je nachgekauftem Monat richtet sich nach dem Alter zum Zeitpunkt der Zahlung und steigt mit den Jahren. Wer mit 40 nachkauft, zahlt deutlich weniger als mit 60.
Die freiwillige Weiterversicherung funktioniert nach derselben Logik: Sie schließt Zeiten ohne Pflichtversicherung – Auslandsaufenthalt, Pflege von Angehörigen, längere Erwerbslosigkeit – und ist ebenfalls unbegrenzt absetzbar.
Vorher rechnen lassen. Wie stark sich ein Nachkauf auf die Pension auswirkt, hängt vom individuellen Versicherungsverlauf ab. Der Pensionsversicherungsträger rechnet das auf Anfrage durch – kostenlos und verbindlich.
Der übersehene Hebel: die betriebliche Vorsorge
Für alle Dienstverhältnisse seit 2003 zahlt der Arbeitgeber 1,53 % des Bruttolohns in eine Vorsorgekasse. Das Guthaben gehört dir und wandert bei einem Jobwechsel mit.
Manche Unternehmen zahlen darüber hinaus in eine Pensionskasse ein. Diese Beiträge sind für dich steuerfrei und ein echter Gehaltsbestandteil. Ob es sie gibt, steht selten im Inserat – fragen lohnt sich, besonders im Aufnahmegespräch.
Eigenbeiträge in eine Pensionskasse sind bis zu einem Höchstbetrag prämienbegünstigt. Bezuschusst der Arbeitgeber sie, ist das die höchste garantierte Rendite, die es gibt – noch vor jeder Anlageentscheidung.
Beim Jobwechsel prüfen: Was passiert mit dem Guthaben in der Vorsorgekasse? Bei Selbstkündigung besteht in der Regel kein Auszahlungsanspruch; das Guthaben bleibt liegen und wächst weiter.
Und die dritte Säule?
Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge: 4,25 % staatliche Prämie auf Beiträge bis 3.817,04 € im Jahr, dazu eine Kapitalgarantie. Dem stehen mindestens zehn Jahre Bindung, eine eingeschränkte Veranlagung und vergleichsweise hohe Kosten gegenüber.
Breit gestreute Sparpläne sind kostengünstiger und jederzeit verfügbar, dafür ohne Garantie und ohne Prämie. Erträge unterliegen der Kapitalertragsteuer.
Die Reihenfolge zählt. Bevor die dritte Säule dran ist: Notgroschen anlegen, teure Schulden tilgen, betriebliche Vorsorge ausschöpfen und den Nachkauf prüfen. Erst danach lohnt der Vergleich privater Produkte.
Und dort auf die Gesamtkosten schauen, nicht auf die beworbene Rendite. Bei 30 Jahren Laufzeit entscheidet die Kostenquote über einen erheblichen Teil des Ergebnisses.
Häufige Fragen
Wie viel bringt der Nachkauf steuerlich?
Er ist unbegrenzt als Sonderausgabe absetzbar. Bei 48 % Grenzsteuersatz kostet ein Nachkauf von 10.000 € effektiv 5.200 €, bei 40 % sind es 6.000 €. Das ist die einzige Sonderausgabenposition ohne Höchstbetrag.
Wann sollte ich nachkaufen?
So früh wie möglich. Der Beitrag je nachgekauftem Monat richtet sich nach dem Alter zum Zeitpunkt der Zahlung und steigt mit den Jahren. Zugleich lohnt sich der Nachkauf steuerlich am meisten in einem Jahr mit hohem Grenzsteuersatz.
Wirkt sich der Nachkauf sicher auf meine Pension aus?
Nicht automatisch in gleichem Maß – das hängt vom individuellen Versicherungsverlauf ab. Der Pensionsversicherungsträger rechnet das auf Anfrage durch. Mach das, bevor du zahlst: Die steuerliche Wirkung ist sicher, die pensionsrechtliche nicht in jedem Fall gleich stark.
Was ist mit dem Guthaben in der Vorsorgekasse?
Es gehört dir und wandert bei einem Jobwechsel mit. Bei Selbstkündigung besteht in der Regel kein Auszahlungsanspruch – das Guthaben bleibt in der Kasse und wächst weiter. Auszahlbar ist es erst nach drei Einzahlungsjahren und bei bestimmten Beendigungsarten.
Risikohinweis: Investieren ist mit Risiken verbunden, bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
Allgemeine Information ohne Gewähr, keine Anlage-, Steuer- oder Finanzberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Konditionen sind Richtwerte mit dem Stand der letzten redaktionellen Prüfung.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden amtlichen Quellen. Prüfe im Zweifel dort nach – Beträge und Regeln ändern sich jährlich.
- Pensionsversicherungsanstalt (PVA): Allgemeines Pensionsgesetz (APG) – Rechtsgrundlage für Staatliches Pensionskonto
- Arbeiterkammer: Steuerwertetabelle 2026
- Pensionsversicherung: Korridorpension – Voraussetzungen und Abschläge
- Pensionsversicherung: Pensionsantrag stellen – Fristen und Stichtag – Nachkauf von Schul- und Studienzeiten, freiwillige Weiterversicherung
- BMF: Sonderausgaben im Einzelnen – Unbegrenzte Absetzbarkeit als Sonderausgabe
